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Wer kennt sie nicht, die Geschichte von Romeo und Julia, Leyla und Mecnun oder Ferhat und Şirin. Wahrscheinlich kennt sie jeder. Und man denkt sich "hach, schön, doch leider nur ein Märchen..". Aber, man glaubt es kaum, genau sowas passiert tagtäglich! Wo? Hier in Deutschland ! Gleich um die Ecke! Ein guter Freund hat es mir erzählt, und ich erzähl sie jetzt euch ... |
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Cem, Cem, deine Eltern würden nie zulassen, dass du mit einer Sunnitin
zusammenkommst, geschweige denn dass du sie liebst.
Genauso sehr würden ihre Eltern alles in Bewegung setzen, damit sie gar nicht erst auf so "‘ne kranke Idee kommt". Tja, du wartest jetzt da unten, während sie da oben lächeln muss, obwohl sie gar nicht will. Vah, vah! Aşıklar kralı. Sen hapı yutmuşsun, hemde boğazdan geçmeyen bır hap. Du hast die Frauen geliebt, geküsst, benutzt aber nie eine richtig geliebt. Und nu‘ Alter? Jetzt liebst du eine, die absolut deinen Prinzipien widerspricht. Und ausgerechnet dieses Mädchen wird heute verlobt. Ja, aber auch nur vielleicht. |
Vielleicht sagt sie auch "Nein"!
Aber was hat sie schon zu sagen?
Genau so wie die drei Cousins und Cousinen von Cem mütterlicherseits.
Der ältere Bruder hat gegen seinen Willen geheiratet, weil der Wohlstand wichtiger war als die Liebe. Die Familie des Mädchens hat ein eigenes Mehrfamilienhaus und ein Auto und so weiter. Jetzt ist er zwar verheiratet und hat ein bißchen Kohle, aber ist er wohl glücklich? Nach außen hin- yep ... aber ist das nicht bei allen Türken so? |
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Nach außen hin immer heile Welt, aber in der Familie herrschen Bürgerkriegszustände - nur mit dem Nachteil, das bei einem Bürgerkrieg die Menschlein sterben, aber bei einem Türkische- Familien- Bürgerkrieg sind die Worte und Taten manchmal so verletzend, dass man sofort sterben will.
Genau so der älteste Cousin.
Aber da ist ja auch noch der zweite Cousin. Natürlich hat auch er gegen seinen eigenen Willen geheiratet. Ne ne ne- viel schlimmer als der ältere Cousin. Ein richtiger Killer , der zweite Cousin, ein Tier von einem Kerl. |
Er wollte überhaupt nicht heiraten.
Er war so richtig schön in ein Dorfmädel verliebt. Aber die Eltern vom Mädel – "Wir geben unsere Tochter an keinen Aleviten!" Eine kleine Traumwelt bricht zusammen für den zweiten Cousin. Ein Traum- gescheitert an dem Stursinn und der Borniertheit der Eltern. Tja, dann aus Trotz zu der erst besten "ja" gesagt- natürlich auf dem traditionellen Wege. Alle sind glücklich. Die Eltern, das Mädchen, aber der zweite Cousin ganz bestimmt nicht. |
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Nach einer Woche sieht er seine Fehler ein und will
sein Ja- Wort annulieren, aber siehe da:
die hierarchische Spitze aller Türken – der big daddy sagt: "Wort ist Wort! Ich gab mein Wort, und ich halte es auch. Deshalb heiratest du das Mädchen auch!" Tack!!! Klappe zu, Affe tot. Und die Zukunft des zweiten Cousins ist auch im Eimer. Aber dann ist da ja auch noch die Cousine. Nun sollte man denken, eine Steigerung ist nicht möglich, aber, aber... bei Türken ist bekannterweise nichts unmöglich. Sie kannte ihn gar nicht. Nasip görmüş büyükler. "Die sind wie füreinander geschaffen." sagten die Alten. |
Und Fffplatsch haben sie die Zukunft der Cousine
auch versaut (im wörtlichen Sinne).
Sie hat drei Kinder und scheint glücklich zu sein.
Pustekuchen! Hepsi göz boyamak. Hauptsache die Scheißwelt da draußen und die Verwandten denken, sie sind glücklich. Oh Mann, ihre Augen sagen ein zigfaches mehr als ihre Lippen und ihre Zunge. Dies sind nur drei Cousins von Cems Verwandtschaft. Die Schicksale der restlichen 28 Cousins und Cousinen würden eine Stadtbücherei in Bochum füllen. Das passierte (und passiert) natürlich in der Türkei ist in Deutschland aber nicht anders. Von Mihribans Verwandten wollen wir erst gar nicht anfangen zu erzählen. |
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Ihr amca (Onkel väterlicherseits ) hat seinen eigenen Neffen einen
9 mm- Ballermann auf die Stirn gelegt und gesagt:
"Du heiratest deine Cousine! Aus! Basta!" Der Junge war damals gerade mal siebzehn Jahre jung. Jetzt hat er zwei Kinder und macht mit deutschen Blondinen rum. Meistens inner Spielhalle. Seine Frau, die absolut kein Deutsch kann (Ausnahmen gibt es natürlich immer): "Ja! Nein! Bolisei! Mann Bahnhoff!" oder das berühmteste und weit verbreiteste deukisch-Wort bei türkischen Frauen: "Kauf", zum Beispiel "ben bugün kauffa gittim... !" |
Sie sitzt zu Hause mit den Kindern rum und verflucht Deutschland, den Wohlstand,
die deutschen Huren und ihre Eltern.
Aber das ist schon Alltag in deutsch- türkischen Haushalten. Und dann wundern sich die Deutschen, warum so viele Türken im Knast sind. Die sollen mal mit siebzehn Jahren ihre eigene Cousine heiraten oder mit sechszehn den Cousin nach Almanya " rüberheiraten". Entweder wird man glücklich oder gaga oder eben kriminell.
Die erste Möglichkeit trifft natürlich auf die minderste Minderheit zu. |
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Doch bloß weil Tausende von jungen Menschen diesen
Fehler machen
(manche nennen es auch Schicksal, kısmet, kader... wenn es schief geht, schiebt man die Schuld schnell auf Gott.) - - müssen Mihriban und Cem auch diesen Super- Fehler begehen? Na, so wie es aussieht, wohl eher ja. Denn Mihriban kann leider nicht "Nein" sagen. Davon weiss unser Macho King natürlich überhaupt nichts. Was aber geht derweil drinnen ab? Mihriban gat die traditionelle erste Ladung Tee überreicht. Flutsch war sie auch blitzschnell wieder weg. Jaja, man fühlt sich schon leicht beobachtet, wenn ca. vierzig Augen einen anglotzen. |
Sie spürt förmlich, wie die Augen aller Anwesenden sie durchbohren,
befühlen und analysieren, mit einer Ausnahme.
Ihr Bruder Ahmet. Der hat nur Augen für Superschleimer Bekir. Mihribans Mutter achtet bloß darauf, dass Mihriban ja alles richtig macht; sie hat ja schließlich ein gutes Kind erzogen. Nicht, dass sie stolpert und die Gläser fallen läßt. Und genau das erhofft sich die Mutter vom Schleimbeutel. Sie hat nämlich für ihren einzigen Sohn das beste Mädchen "von allen". Ihre eigene Nichte aus ihrem Dorf nahe Çorum. |
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Aber Bekir, der J.R. unter den Türken will Mihriban!
Und er weiß, er kriegt sie; er hat einen guten Job bei Thyssen (Vorarbeiter an der Presse), fährt BMW, sieht gut aus (gut ist relativ, so ‘ne Mischung aus Jean Paul Belmondo und Kemal Sunal oder vielleicht auch John Travolta (in "Grease") und dem Glöckner von Notre Dame). Zudem lügt er so perfekt und schleimen tut er noch besser. Er weiß, die Eltern haben angebissen. Jetzt muß sie auch noch anbeißen. Warten wir mal ab, ob sie anbeißt. Oh Mann, war das ‘ne Geschichte. Die Alten haben mal wieder über alles gelabert, über was türkische Väter so um die Fünfzig labern können: |
Sie haben die Türkei auf vier verschiedene Weisen vor der Inflation
gerettet, fünf neue Regierungsvorschläge gemacht, das Kurdenproblem
in drei Minuten gelöst.
Man kann sooo viel von den türkischen Vätern lernen: Unter anderem hat der Prophet damals Zigaretten geraucht (und deshalb ist es auch keine Sünde, zu rauchen). Ohne die Türken wären die Amis damals gar nicht auf dem Mond gelandet (weil ein türkischer Ingenieur den Entwurf für die Triebwerke gemacht hat).
Und das stärkste ist: John F. Kennedy war ein Türke!!! Ja! Aus Anatolien stammt er her. |
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Na, wenn das mal die Berliner wüssten ("Isch bin ain Böhliner").
Und Elvis wird erst recht neidisch (denn bei ihm ist es ja bewiesen, daß er ein Türke war). Über alles wird gelabert, nur nicht über den Grund des Besuches. Eigentlich weiß ja jeder Bescheid. Aber dann fragt Mihribans Daddy ganz spontan (nach einer ganzen Weile, um ehrlich zu sein.): ![]() |
"Eh, genç, gelmenizin sebebinize gelelim."
Bekir ist total gschockt und schluckt: "Şey, yaa...büyükler varken, bana konuşmak düşmez", antwortet er verlegen und verlogen und gibt die Antwort ganz geschickt an seinen Vater weiter. Der, genau so geschockt, schaut nach rechts, sieht aber außer seiner Frau, Tochter und Bekannten niemanden und so bleibt ihm nichts anderes übrig, als zu antworten. Denn bei solchen Geschichten haben die Frauen ja bekanntermaßen nichts zu sagen, (obwohl sie es sind, die solche Besuche arrangieren, was ‘ne Logik) "Eh, nasıl desek...", fängt der Vater stotternd an "Allahın izniğle, Peygamberin Kavliyle kızınız Mihribanı ...". |
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Mehr kann Mihriban nicht mitkriegen.
Sie lauschte an der Küchentür. Dann kam dieser berühmteste türkische Satz, der ihr einen solchen Schock versetzte, dass ihre Sinne durchdrehten. Dann- die erste Reaktion: Sie kotzt in die Spüle. Das war zuviel. Dann reißt sie sich zusammen und spricht verzweifelt mit sich selbst: "Ne? Nee? Bunu Nasıl yaparlar... wie können die mir das antun... ohne mich zu fragen. Aber noch hat Papa nicht "Ja" gesagt. Ich dachte, die wollen, die wollten uns nur "kennenlernen". |
Ich will nicht, ich will nicht..".
Dabei haut sie leicht mit ihrer Faust auf den Kühlschrank. "MIHRIBAN! Çay!" hallt es von draussen rein.
"Ach, macht euch den Scheißteedoch selber", flucht sie. Nach einer Minute kommt ihr Bruder Ahmet rein. Schnell verzieht sie ihr Gesicht, damit er ihre roten und nassen Augen nicht sieht. Natürlich merkt er es, aber er lässt sich nichts anmerken. "Millet çay istiyor", sagt er leise. Sie antwortet nicht. Wie auch. "Hey, Mihriban, yardım edeyim sana...". |
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Und streichelt sie an der Wange.
"Babam verdi mi beni?" fragt sie ihn mit ihren nassen Bambiaugen. "Nein, das macht der nicht, die müssen mindestens noch zweimal kommen." Mihriban lächelt leicht. "Aber nur aus der Liebe zur Tradition! Vater ist verdammt dazu geneigt, dich an diese Leute zu verheiraten", setzt Ahmet noch ernst hinzu. Und ihr Lächeln verschwindet. "Aber...", flüstert er ihr ins Ohr "...ich werd‘ den Typ mal abchecken. ![]() |
Wenn er nicht sauber ist, misch ich mich ein."
Mit diesen Worten verlassen wir die Wohnung und wechseln die Gegend. Ein Krankenhaus. Dritte Etage. Raum312. Vor der Tür steht Vicky und wischt sich die Tränen, neben ihr steht der größte Grieche Deutschlands; der Cafebesitzer , der wie immer gelassen sein Chewing Gum kaut. Beide warten darauf, dass der Arzt die Tür aufmacht und ihnen erklärt was Sache ist. Da geht auch die Tür auf und der Doc geht direkt auf Vicky zu. Sie dreht leicht den Kopf zur Seite. "Und...?" "Nun, dem Langen geht es gut; der hat nur eine gebrochene Rippe, aber der andere... der ist noch in Lebensgefahr", antwortet der Arzt gelassen. |
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"Wie ist das eigentlich passiert?"
"Ich brachte mit Ramazan , dem angestochenen, Fatih weg; weil er verprügelt worden ist. Also lauf ich zum Auto und laß die beiden vor dem Café. In einer Minute war ich wieder da- und da sah ich Ramazan blutend am Boden... ich weiß aber nicht, wie das passieren konnte!" "Wie kam es überhaupt zur Schlägerei?" fragt der Arzt neugierig. Bevor Vicky antworten kann, mischt sich der Bär ein: "Da waren ein paar krumme Typen, die haben sie angemacht", und zeigt mit seinen Augen auf sie "und dann ist ihr Freund auf sie gestürzt, um zu zeigen, dass sie ihm gehört. Aber er hatte keine Chance, sie waren in der Überzahl. Danach... sind si abgehauen." |
"Wieso kämpft ihr Ausländer immer um eure Frauen?
Das verstehe ich nicht."
fragt der junge Arzt neugierig mit einem kleinen Stich Provokation. "Das werden sie nie verstehen!" antwortet unsere Kante und packt das Mädchen. Aber sie reißt sich wieder los und guckt ihn böse an. Dabei meint die Kante das gut. Sie kann hier nichts mehr machen. Doch er versteht ihre Gefühle und respektiert dies. "Ich kriege raus, , wer das war." flüstert er ihr auf Griechisch und schließt die Tür mit einem lauten Knall hinter sich zu. Nicht mit einem lauten Knall, aber mit einem Knartschen geht die Haustür vom Türken- Hoesch- Gebäude auf. Cems Augen sind ganz groß, seine Ohren spitz. Er richtet sich auf und beobachtet, wie Bekir & Co. das Gebäude verlassen. "Sie sehen gut gelaunt aus... ob der Vater... ach was... ulan, Bekir! Seni halettcem!" denkt Cem sich, als die Truppe wegfährt. |